Diabetes kann die Nieren durch Schäden an kleinen Blutgefäßen und durch den Zusammenhang mit erhöhtem Blutdruck beeinträchtigen. Das Problem: Nierenschäden können lange ohne Schmerzen, Brennen oder offensichtliche Anzeichen fortschreiten. Deshalb ist die Überwachung entscheidend.
Zwei Werte tauchen häufig in Laborbefunden auf: die eGFR, welche die Filterleistung der Nieren schätzt, und die Albuminurie, also eine erhöhte Albuminmenge im Urin. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Was ist die eGFR?
eGFR bedeutet geschätzte glomeruläre Filtrationsrate. Sie wird meist anhand von Kreatinin und weiteren Faktoren berechnet. Sie ist nicht vollkommen genau, vermittelt aber ein Bild davon, wie gut die Nieren filtern. Ein niedriger oder sinkender Wert sollte mit dem Arzt beurteilt werden, insbesondere bei Diabetes, Bluthochdruck, höherem Alter oder Medikamenten, die die Nieren beeinflussen können.
Vergleiche deine eGFR nicht schematisch mit der eines anderen Menschen. Entscheidend sind Verlauf, Alter, Muskelmasse, Flüssigkeitshaushalt, Medikamente und die klinische Situation.
Was ist Albuminurie?
Albumin ist ein Eiweiß, das normalerweise im Blut bleiben sollte. Wenn es oberhalb bestimmter Grenzwerte im Urin auftritt, kann dies auf eine Nierenschädigung hinweisen. Der uACR-Test setzt Albumin und Kreatinin im Urin ins Verhältnis und hilft bei der Früherkennung.
Manchmal wird das Ergebnis durch Harnwegsinfektionen, kürzlich erfolgte intensive körperliche Belastung, Fieber, Menstruation oder sehr hohen Blutdruck beeinflusst. Ein auffälliges Ergebnis wird deshalb bestätigt und ärztlich eingeordnet, statt automatisch als endgültige Schlussfolgerung zu gelten.
Warum ist das bei Diabetes wichtig?
Diabetes und Bluthochdruck sind zwei wichtige Ursachen chronischer Nierenerkrankungen. Die Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck und Cholesterin sowie ein Rauchstopp können das Fortschreitungsrisiko senken. Bei gleichzeitig veränderten Triglyzerid- oder Cholesterinwerten sollte das Herz-Kreislauf-Risiko gemeinsam mit dem Nierenrisiko beurteilt werden.
Bei Diabetes werden die Nieren nicht erst bei Beschwerden kontrolliert. Regelmäßige Untersuchungen gehören ebenso wie Augen- und Fußkontrollen zur Vorbeugung von Komplikationen. Siehe auch die Artikel über diabetische Retinopathie und diabetische Neuropathie.
Was kannst du praktisch tun?
- behalte den HbA1c und die für deine Behandlung relevanten Blutzuckerwerte im Blick;
- miss zu Hause den Blutdruck, wenn der Arzt es empfiehlt;
- lasse Kreatinin, eGFR und uACR entsprechend dem ärztlichen Plan regelmäßig bestimmen;
- sprich vor der Einnahme von Entzündungshemmern oder stark wirkenden Nahrungsergänzungsmitteln mit dem Arzt;
- folge bei Nierenschäden keiner eiweißreichen Diät ohne Empfehlung;
- begrenze Salz bei erhöhtem Blutdruck oder entsprechender ärztlicher Empfehlung.
Ernährungsänderungen richten sich nach den Befunden
Nicht alle Menschen mit Diabetes benötigen nierenspezifische Einschränkungen. Manche brauchen lediglich eine kardiometabolisch günstige Ernährung: Gemüse, geeignetes Eiweiß, Ballaststoffe, kontrollierte Salzmenge, weniger Zucker und hochverarbeitete Lebensmittel. Bei bestätigter Nierenerkrankung werden Eiweiß, Kalium, Phosphor und Salz individuell angepasst.
Deshalb sollte ein individueller Ernährungsplan auf Laborwerten beruhen und nicht auf allgemeinen Regeln aus dem Internet.
Wann solltest du rasch Hilfe suchen?
Plötzlich geschwollene Beine, eine deutliche Abnahme der Urinmenge, sehr hoher Blutdruck, Atemnot, Verwirrtheit oder Brustschmerzen erfordern eine dringende ärztliche Abklärung. Vereinbare bei veränderten Laborwerten ohne akute Beschwerden ein strukturiertes Gespräch mit dem Arzt.
Hilfreiche Fragen für den Arzt
Frage bei der nächsten Sprechstunde, ob du eine uACR-Bestimmung brauchst, wie oft die eGFR kontrolliert werden sollte, welcher Blutdruckzielwert für dich geeignet ist und ob deine aktuelle Behandlung die Nieren schützt. Frage auch, welche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel du ohne ärztliche Zustimmung vermeiden solltest. Die Antworten hängen von Alter, Diabetesdauer, Blutdruck, Albuminurie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Unterzuckerungsrisiko ab.
Bei schwankenden Werten bringe eine einfache Tabelle mit: Blutzucker, Blutdruck, Medikamente, Krankheitsphasen, Einnahme von Entzündungshemmern und mögliche Harnwegsbeschwerden. Kurze, klare Daten sind hilfreicher als eine lange Liste von Eindrücken.
Der Zusammenhang mit der täglichen Ernährung
Für die Nieren sind Extreme meist problematisch: zu viel Salz, zu viele hochverarbeitete Lebensmittel, eiweißreiche Diäten ohne Indikation oder starke Einschränkungen ohne Grund. Ein guter Plan berücksichtigt gleichzeitig Diabetes, Blutdruck, Cholesterin, Gewicht und Nierenfunktion.



